Der Ehrenamtslotse

es ist selbst vielen Feuerwehr-Aktiven gar nicht im vollen Ausmaß bewusst: Die Feuerwehren haben in unserer Gesellschaft eine weit bedeutendere Rolle, als lediglich ihre Funktionen im Brandschutz, in der allgemeinen Hilfe und im Katastrophenschutz. Sie sind  - speziell in ihrer Ausformung im deutschen Sprachraum - eine zutiefst demokratische Organisation. Und in ihr wird Demokratie gelebt, sei es bei den Wahlen zu Führungskräften, sei es bei den Funktionen in den Verbänden, die die Feuerwehrarbeit stützen und unterstützen. In dieser Bandbreite vom Kind bis zum Senior und dieser Verbreitung mit über 1,3 Millionen Aktiven deutschlandweit, mit dieser engen Verbindung im Zusammenwirken in Gefahrensituationen und in der stetigen Bereitschaft ist das einzigartig. Die Feuerwehren sind daher ein Rückgrat der demokratischen Gesellschaft, deren Legitimation gerade in letzter Zeit so oft innen- sowie außenpolitisch neu beworben werden will und sich bewähren muss. Dabei geht es nicht um Parteienpolitik, sondern um die politisch-gesellschaftliche Grundform, in der wir alle gemeinsam leben möchten. Und da sind auch die Feuerwehren gefragt, deutlich Farbe zu bekennen – oder Gefahr zu laufen, im schlimmsten Falle wie einst gleichgeschaltet und als reines staatliches Ausführungsorgan allein von oben gesteuert zu werden. Wir müssen uns entscheiden, welche Feuerwehr wir wollen – noch haben wir die Möglichkeit dazu. 

Das deutsche Feuerwehrwesen wird neben der staatlichen Säule der Berufswehren vor allem von Tausenden ehrenamtlichen Helfern getragen. In Rheinland-Pfalz finden alle Beteiligten ihre Plattform beim „Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz e.V.“ (LFV RLP). Hier sind über 51.000 Feuerwehrangehörige organisiert. Damit die Feuerwehren täglich besser werden, unterstützt der Landesfeuerwehrverband seine Mitglieder nicht nur durch Lobbyarbeit und die konzeptionelle Arbeit in Gremien und Fachkreisen, sondern auch ganz gezielt mit einem Bündel an Dienstleistungen im Bereich Aus- und Weiterbildung. Das Ziel all dieser Maßnahmen: Die Effizienz der Freiwilligen Feuerwehren zu steigern. Das Ziel hat auch der "Ehrenamtslotse". Am vergangenen Wochenende wurden elf Ehrenamtslotsen ausgebildet.Er wird auf Kreis oder Stadt bzw. Regionalverbandsebene eingesetzt. Er ist im Verband Ansprechpartner für die Feuerwehrangehörigen, die Führungskräfte aber auch für die Verwaltung. Egal ob es sich um Mitgliederschwund, Konflikte auf allen Ebenen oder aber auch um Themen wie Kindeswohlgefährdung oder Demokratiefeindliches Verhalten handelt. Wohlgemerkt ist er Ansprechpartner und nicht Allround Problemlöser. Er nimmt im Gespräch vor Ort die Probleme und Konflikte auf und spricht mit dem Landesfeuerwehrverband den weiteren Prozessverlauf ab. Der Landesfeuerwehrverband hat für viele Probleme und Konflikte vor Ort seine Spezialisten die bsp. bei Kindeswohlgefährdung über seine ausgebildeten Kinderschutzfachkräfte, bei Demokratiefeindlichkeit die Fachkräfte aus dem "Strukturfit für Demokartie" - Programm oder aber auch über Mediatoren, Rechtsanwälte oder sonstige Spezialisten unterstützen kann.

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