Rassismusdebatte: "Die Feuerwehr ist gegen Rassismus aufgestellt!"

Rheinland-Pfalz. Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) Rheinland-Pfalz, Frank Hachemer, nimmt die Blaulicht-Organisationen mit den Feuerwehren gegenüber Rassismusverdächtigungen im Zuge der Debatte nach den jüngsten Ereignissen in den USA in Schutz: "Zwar sind die Feuerwehren ein Querschnitt der Bevölkerung, sodass man nicht jedem einzelnen Mitglied hinter die Stirn schauen kann, aber auf fruchtbaren Boden stößt eine rassistische Haltung hier keinesfalls", stellt er fest. Seine Sicherheit beziehe er zum einen aus der Grundausrichtung der Feuerwehr: "Wir helfen allen Menschen in Not, ganz ungeachtet ihrer Herkunft, Nationalität, Hautfarbe oder Religion. Und das gilt ja für alle Blaulicht-Organisationen."

Zum anderen habe sich insbesondere das System der Feuerwehren als einer der Pfeiler einer demokratischen und bunten Gesellschaft bewährt: "Das System kontrolliert sich selbst, ist aber auch bereit, Hilfen von außen in Anspruch zu nehmen. Es gibt Vorgesetzte mit Verantwortung, es gibt Mechanismen, die bei Vorfällen greifen – und der LFV ist, ebenso wie die Jugendfeuerwehr, in der Prävention seit vielen Jahren aktiv. Für Mitglieder aus allen gesellschaftlichen Gruppen ist die Feuerwehr seit Jahrzehnten offen."

Mit seinen Ehrenamtslotsen halte der LFV außerdem sogar Personal bereit, das unmittelbar vor Ort für Feuerwehren oder deren Träger beratend bei Problemen wirken könne. Die Ausbildung dieser Lotsen erfolge im Rahmen des LFV-Projektes "Heimat • Menschen • Vielfalt = Feuerwehr!" im Bundesprogramm "Zusammenhalt durch Teilhabe". Hachemer: "Die ehrenamtlichen Mitglieder der Projektgruppe arbeiten für eine Kultur des Miteinanders statt einer Kultur des Misstrauens."

Für die LFV-Projektgruppe stehe dabei außer Frage, dass Rassismus überall konsequent bekämpft werden müsse und kein Einzelfall zu verharmlosen sei. Dies gelte auch für Handlungen von Mitgliedern sämtlicher Blaulicht-Organisationen. "Wer jedoch die Diskussion über Rassismus in den Vereinigten Staaten eins zu eins auf Deutschland überträgt, befeuert undifferenzierte und falsche Pauschalurteile über unsere Sicherheitskräfte. Denn unseren Sicherheitsorganisationen kann man vertrauen und sich freuen, dass in ihnen so viele Menschen gewissenhaft ihre Arbeit tun. Auch die Feuerwehren dulden keine Rassisten oder Extremisten in ihren Reihen." Bei Verstößen würden auch die erforderlichen rechtlichen Konsequenzen gezogen – "und die Feuerwehren stehen zu diesen Mechanismen", sagt der Präsident.

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