Auch Rolle der Feuerwehr beleuchtet: Gedenktafel erinnert jetzt an Synagoge

Freuen sich über die Gedenkafel: Die Initiatoren Hans-Peter Schladt (li.) und Frank Hachemer (2. v.re.), der auch die Rolle der Feuerwehr bei den Brandzerstörung kritisch hinterfragt, mit Pfarrer Jochen Trauthig von der evangelischen Kirchengemeinde Oberbieber (2. v.li.) und Kantor Dr. Jürgen Ries. Foto: J. H.

Rheinland-Pfalz. Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) Rheinland-Pfalz, Frank Hachemer, ist jetzt in seinem Wirken für eine Betrachtung der Rolle der Feuerwehr in der Zeit der NS-Diktatur erfolgreich: Bereits zum 125. Geburtstag seiner Heimat-Feuerwehr im Neuwieder Stadtteil Oberbieber hatte er in der aus diesem Anlass erstellten Festschrift einen kritischen Beitrag veröffentlicht und in einem Vortrag der Öffentlichkeit vorgestellt. Jetzt ist dieser Blick auf die Geschichte auch in einer Gedenktafel festgeschrieben: Seit ihrer gewaltsamen Zerstörung am 10. November 1938 war die Synagoge im heutigen Neuwieder Stadtteil Oberbieber regelrecht „verschwunden“: Nichts erinnerte bisher an ihrem ehemaligen Standort in der Bergstraße an ihre Existenz, nichts mahnte dort an die Ereignisse der Novemberprogrome 1938 und die weitere Verfolgung jüdischer Menschen in der NS-Diktatur. Dabei war das schlichte jüdische Gotteshaus Gemeinde-Mittelpunkt für die jüdischen Bürger aus zahlreichen umliegenden Orten.

Das hat sich auf Initiative des Feuerwehr-Präsidenten Frank Hachemer und Hans-Peter Schladt aus der katholischen Pfarrei St. Bonifatius nun geändert: Schnell fand sich ein Organisatorenteam zusammen, das eine angemessene Gedenktafel gemeinsam entwarf. Die ist nun – wegen der aktuellen Corona-Lage leider zunächst ohne die eigentlich geplante kleine Einweihungsfeier – seit dem 10. November am Nachbarhaus fest angebracht.

Gemeinsam mit dem Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Oberbieber, Pfarrer Jochen Trauthig, Kantor Dr. Jürgen Ries sowie Pfarrer Werner Zupp und Rolf Wüst vom Deutsch-israelischen Freundeskreis Neuwied und Ortsvorsteher Rolf Löhmar wurde die Tafel entwickelt, die an die Geschichte der Synagoge erinnert. „Wichtig ist uns auch die Mahnung an uns heute aus der Erinnerung an die Folgen, wenn Demokratie und Freiheit beseitigt werden“, so die Organisatoren.

Auch die Rolle der Feuerwehr, die sich beim Brand nur auf den Schutz der Nachbargebäude beschränkte, wird aufgegriffen. Auch auf Bundesebene unterstützt Hachemer als Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes das Forschungsprojekt "Feuerwehr in der NS-Zeit".

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