„Feuerwehren im Land müssen schneller geimpft werden“

Rheinland-Pfalz – Die Stimmung innerhalb vieler Feuerwehren im Land verschlechtert sich: „Wir erhalten immer mehr Rückmeldungen von Feuerwehrangehörigen, die ziemlich verärgert sind“, berichtet der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) Rheinland-Pfalz, Frank Hachemer. Der Grund: „Das Verständnis für die lange Wartezeit bis zu flächendeckenden Impfungen von Feuerwehr-Angehörigen schwindet.“

 

Die Impfkampagne der Bundesregierung schreite zwar auch in Rheinland-Pfalz voran, „doch noch immer bekommen nicht alle Impfwilligen zeitnah einen Impftermin angeboten. Besonders gravierend trifft dies die Feuerwehren.“ Vereinzelte Informationen, dass es einigen Unternehmen gelinge, ihre Belegschaften als systemrelevant schnell impfen zu lassen, während Feuerwehrleute sich in die normale öffentliche Terminvergabe einzuflechten hätten, verstärken den Unmut.

 

„Seit vielen Monaten halten die zu 98 Prozent ehrenamtlich, aber hochprofessionell engagierten Feuerwehrleute unter erheblichen auch persönlichen Einschränkungen überall die Einsatzbereitschaft aufrecht. Jetzt aber breitet sich die Wahrnehmung aus, dass diesem Dienst an der Allgemeinheit in der aktuellen Corona-Pandemie nicht ausreichend Rechnung getragen wird“, so der Präsident.

 

Interventionen des Verbandes bei Bundesgesundheitsminister Spahn hätten aktuell nur eine hinhaltende Antwort eingebracht: „Das sehen viele als deutlichen Widerspruch zu den zahlreichen Beteuerungen aus der Politik, dass das Ehrenamt in der Feuerwehr als wichtig geschätzt werde“, so der LFV-Präsident. „Über die Bedeutung der Feuerwehren und deren tatsächliche Würdigung wird spätestens in der Nachbereitung der Krise ganz grundsätzlich zu sprechen sein“, so Hachemer.

 

Die Feuerwehrangehörigen sind nicht nur in besonderen Situationen wie als Helfer in Impfzentren einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt: „Unsere Einsatzkräfte können jederzeit in direkten Kontakt mit infizierten Personen kommen, etwa bei Verkehrsunfällen oder den immer häufigeren Hilfeleistungen für den Rettungsdienst. Abstandhalten ist da manchmal schlicht unmöglich.“

 

Unverständnis gebe es auch gegenüber Erklärungen, die Feuerwehren könnten nicht als eigene Gruppe mit Impfungen versorgt werden: „Die Wehrleute sehen in den  Feuerwehrhäusern die Möglichkeiten, dort zeitnah und zentral Impfstationen einzurichten und die Wehrleute zu erreichen.“ Auch auf die Institution der Feuerwehrärzte als mögliche Kräfte für die Impfung von Wehrleuten werde immer häufiger hingewiesen. Und: „Viele sind enttäuscht und meinen, dass eine Organisation, die einfach immer bereitstehe, aber nicht so laut auftrete wie andere, einfach auch deshalb eher am Rande betrachtet wird.“

  

Eine Infektion eines Feuerwehrkameraden mit dem Covid-19-Virus ziehe Konsequenzen nach sich, die weit über das Einzelschicksal des Betroffenen hinaus gehen: „Die gesamte am Einsatz beteiligte Mannschaft muss in einem solchen Fall von einer Infektion mit dem Virus ausgehen und sich in häusliche Quarantäne begeben. Passiert dies, ist eine Feuerwehr schnell nicht mehr einsatzbereit.“

 

Der Präsident: „Daher ist es nicht nur im Interesse der Feuerwehrangehörigen, sondern vor allem auch im Sinne des Schutzes der Bevölkerung, dass Feuerwehrkräfte möglichst schnell zu einem Impfschutz gelangen. Denn nur so können sie ihre Arbeit auch verrichten: Andere Menschen zu schützen und zu retten.“

 

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