Sonderaktion mit Moderna: Der Kreis Neuwied schützt seine Feuerwehrleute

In den kommenden Tagen sollen alle 1500 Aktiven geimpft sein – Landrat Achim Hallerbach: „Wir nehmen es jetzt selbst in die Hand“

Kreis Neuwied. Der Kreis Neuwied bietet seinen Feuerwehrleuten kurzfristig eine Corona-Impfung mit Moderna an. Bis zur kommenden Woche sollen die 1500 aktiven, ehrenamtlichen Kräfte im Kreis geimpft sein, natürlich auf freiwilliger Basis.

„Wir nehmen es jetzt selbst in die Hand“, zeigt sich Landrat Achim Hallerbach entschlossen und erklärt, dass das Land nunmehr die Freigabe erteilt hat, die Nachrückerlisten vorrangig für Feuerwehrleute verwenden zu dürfen. „Und genau das machen wir jetzt“, hält Hallerbach fest. „Wir können unsere Feuerwehrkameradinnen und -kameraden nicht weiter hängen lassen. Wir haben auch eine Fürsorgepflicht für unsere Ehrenamtlichen. [...]“, sagt er. „Wir haben jetzt gehandelt, weil wir die Einsatzfähigkeit unserer Wehren erhalten und auch wieder zügig in den regulären Übungs- und Schulungsbetrieb einsteigen müssen“, betont der Landrat.

Das Impfzentrum in Oberhonnefeld bekommt vom Land wöchentlich ein anhand der Einwohnerzahl errechnetes Kontingent an Impfstoff geliefert. Diesem entsprechend, vergibt die Hotline des Landes Termine. Doch nicht alle Menschen mit Termin werden dann auch tatsächlich in Oberhonnefeld vorstellig. „Beim Impfstoff von Moderna, den wir den Feuerwehrleuten anbieten, sind es erfahrungsgemäß zwischen 5 und 10 Prozent, die einfach nicht kommen“, beziffert Impfkoordinator Matthias Blum die Größenordnung.

So bleibt am Ende des Tages zunächst Impfstoff übrig. Seit das Land dem Kreis Zugriff auf die sogenannte Nachrückerliste gewährt hat, telefonieren fleißige Helfer diese ab, rufen also die Menschen an, die auf „normalem“ Weg über die Hotline des Landes aus nicht nachvollziehbaren Gründen bislang keinen Termin bekommen haben, von der Priorisierung her aber berechtigt wären. Mittlerweile ist diese Nachrückerliste so weit abgearbeitet, dass alle Menschen der Prioritätsgruppen 1 und 2, die sich bis zum 12. Mai gemeldet hatten, einen festen Impf-Termin erhalten haben. Folglich können nun die Feuerwehrleute, die offiziell zur „Prio 3“ gehören, zumindest innerhalb ihrer Gruppe vorgezogen werden und ein zeitnahes Angebot des Kreises bekommen.

Erfreut zeigt sich auch der erste Feuerwehrmann im Kreis Neuwied, Brand- und Katastrophenschutz-Inspekteur (BKI) Holger Kurz. „Vom Gefühl her haben die Unterstützungsanforderungen in den vergangenen Wochen und Monaten noch einmal zugenommen. Und da ist natürlich die Gefahr immer groß, dass wir gleich eine ganze Handvoll Leute in Quarantäne schicken müssen“, macht er deutlich. Zudem würden sich durch die Impfungen Perspektiven für weitere Lockerungen ergeben, vor allem was die Rückkehr zum lange ersehnten regulären Übungsbetrieb der Wehren betrifft.

Der Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz e.V. (LFV) unterstützt, dass der Landkreis Neuwied die Möglichkeiten nutzt, die ihm im Rahmen des eigenen Handelns zustehen. "Es ist nicht nur für die Feuerwehren, sondern auch für alle Bürger wichtig, dass Feuerwehrangehörige sicher in den Einsatz gelangen. Nur so ist die Sicherheit aller gewährleistet", begrüßt Frank Hachemer, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz, das Handeln in Neuwied. Damit wird zugleich ein wichtiges Signal für alle Feuerwehren, auch in anderen Landkreisen gesetzt: "Leider sind es erst regionale, örtliche Maßnahmen, die zum Erfolg bei den Impfungen der Feuerwehren führen. Jetzt ist es wichtig, dass ähnliche Angebote auch zeitnah in anderen Landkreisen folgen", ermuntert der Präsident zu weiteren regionalen Initiativen. Mit den Impfmöglichkeiten für Feuerwehrkräfte nach Prio 3 können auch Feuerwehren so wieder langsam zu einem normalen Übungs- und Dienstbetrieb finden und sicher für die Sicherheit anderer sorgen – wenn den die Impfverantwortlichen die Feuerwehren jetzt auch endlich gezielt impfen.

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